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12.08.2009 | Zentrum für Menschen mit Autismus

In Berlin-Steglitz wird ein Zentrum für Menschen mit Autismus eingerichtet.

Der Verein hat im Jahr 2008 ein Grundstück mit einem denkmalgeschützten Gebäude erworben. Auf diesem Grundstück wird ein Gesamtprojekt entstehen für Menschen mit Autismus aller Altersgruppen und ihre Familien.

Das geplante Gesamtprojekt besteht aus zwei großen Teilen:

Auf dem hinteren Teil des Grundstücks entsteht ein Neubau für einen Lebensort für 16 erwachsene Menschen mit Autismus. Dieses Projekt wird realisiert durch Zuwendungsmitel aus der Stiftung Deutsche Klassenlotterie.

Auf dem vorderen Teil des Grundstücks wird in dem denkmalgeschützten Gebäude ein Autismus-Zentrum entstehen, in dem verschiedene Einrichtungen des Vereins eingebunden werden und neue Förderungsschwerpunkte entstehen.

In dieses Zentrum wird die Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche und deren Familien, die bereits als Spezialambulanz in Berlin mit einem interdisziplinären Team arbeitet und für Familien häufig die erste Anlaufstelle ist, einziehen. Im Obergeschoß des Gebäudes entstehen hier Räume für Diagnostik und Verhaltensbeobachtung, Einzel- und Kleingruppenarbeit und -beratung, Sozialtraining etc. Für größere Veranstaltungen, Elterntreffen, Fort- und Weiterbildung, Feste etc. ist der Multifunktionsraum im Hochparterre vorgesehen.

Im Hochparterre wird die Frühfördergruppe I ihre Arbeit aufnehmen. Diese Einrichtung betreut z.Zt. 6 Kinder, hat aber eine räumliche Kapazität für 8 Plätze.
Die autistischen Kinder, die in diese Gruppe aufgenommen werden, haben ausgeprägte Kontakt- und Kommunikationsstörungen. Die meisten Kinder haben keine oder nur eine sehr eingeschränkte lautsprachliche Kommunikation, starke Veränderungsängste mit Rückzug oder aggressiven Ausbrüchen und nur geringe Gruppenfähigkeit. Die Arbeit in dieser Gruppe erfolgt mit einem Bezugserzieher-System. Dies stellt für den Beziehungsaufbau zu den Kindern mit Autismus eine wichtige Grundlage dar und ermöglicht, daß das Kind bei den meisten Aktivitäten von einer konstanten Person begleitet wird. Auf dieser Basis wird es den Kindern möglich, sich in Gruppensituationen und gemeinsame Aktivitäten mit anderen einzuleben, was die Grundlage für eine weiterführende Arbeit in Bezug auf Schule und Integration in andere Gruppen darstellt.

Im Dachgeschoß des Zentrums wird die dringend notwendige Beratungsstelle für erwachsene Menschen mit Autismus eingerichtet. Hierfür hat die Aktion Mensch im Rahmen einer Anschubfinanzierung über 5 Jahre die personelle Ausstattung bereitgestellt.
Darüber hinaus wird der Verein als Träger "Betreutes Einzelwohnen für Menschen mit Autismus" anbieten. Zwei Büros als Anlaufstelle für die Betreuung dieses Personenkreises werden ebenfalls im Dachgeschoß untergebracht.

Die Betreuung erwachsener Menschen mit Autismus erfordert Hilfen bei lebenspraktischer Organisation, Freizeitgestaltung und im sozialen und kommunikativ-interaktiven Bereich. Um ein integriertes Angebot zu ermöglichen und das Zentrum zu einer Begegenungsstätte für Betroffene und ihre Angehörigen werden zu lassen, werden im Souterrain des Zentrums ein Stützpunkt mit Möglichkeiten für Kunst-, Holz- und Töpferarbeiten, Medien- und Bildgestaltung sowie einer Küche mit einem Gruppenraum eingerichtet. Alle diese Räume stehen auch der auf dem hinteren Teil des Geländes entstehenden Wohneinrichtung zur Verfügung, besonders wenn die dortigen Bewohner vorübergehend keine externen Beschäftigungsmaßnahmen verkraften.

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